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Die
Heilige Elisabeth von Thüringen (1207 - 1231) war eine ungarische
Königstochter, die im Alter von vier Jahren an den Hof des
Thüringer Landgrafen Hermann I. gebracht wurde. Dort wuchs sie auf
in einer Welt voller Pracht und Glanz. Doch sie wandte sich den Armen
und Bedürftigen zu und zog die Gesellschaft ihrer Dienerinnen dem
Adel vor. Trotzdem verliebte sich der Fürstensohn Ludwig in sie und machte sie als neuer Landgraf zu seiner Frau. Nach Ludwigs Tod wurde Elisabeth von der Wartburg vertrieben; mit ihrem Erbe baute sie in Marburg ein Hospital auf. Der Vortrag am 4.11.2012 mit Dr. Lothar Jahn gab einen guten Einblick in Elisabeths Leben, der Text wurde illustriert durch Auszüge aus einem Mysterienspiel mit dem Musiktheater Dingo, das zum Elisabethgeburtstag in der Marburger Elisabethkirche gezeigt wurde. Mit mittelalterlicher Musik und Theaterszenen auf großer Leinwand! |
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Das
Lichtraum-Theater Kassel, bislang als „Team Schmidt“
bekannt, setzt seine erfolgreiche Arbeit mit Märchen – nicht
nur für Kinder inszeniert – fort: Nach dem
„Sängerkrieg der Heidehasen“ und dem „König
Drosselbart“ folgte nun ein Klassiker des Grimmschen Schatzes.
„Schneewittchen“ gab sich die Ehre, die Presse war nach der
Premiere am 23.10. wird im
„Schneewittchen-Dorf“ Gieselwerder voll des Lobes. Weitere
Aufführungen folgten 2011 und 2012 im Korbacher Eck,
Kassel-Niederzwehren. Die Handlung, von Theaterleiterin Susanne Schmidt neu in Szene gesetzt, ist wohlbekannt: Schneewittchen (Verena Kreßler) ist einfach schöner als ihre böse Stiefmutter und muss deshalb weg. Sie findet Unterschlupf bei sieben fröhlichen Bergleuten, die in diesem Fall gar nicht so klein geraten sind, bis der wohlverdiente Prinz (Malte Lange) daherkommt und sie zur Frau nimmt. Das ganze wird mit viel eigener Musik dargeboten, sie ist eingängig und mit klassischen Instrumenten arrangiert. Die Darsteller singen live zu Instrumentalplaybacks. Das 15-köpfige Lichtraum-Theater ist ein bunt gewürfelter Haufen von theaterbegeisterten Menschen aus dem Umkreis des „Lichtraumes“. Die beiden Hauptdarsteller standen schon im „Minnespiel im Rittergut“ des Musiktheaters Dingo und beim „König Drosselbart“ als Paar auf der Bühne. Regie führte Brunhilde Falkenstein, als Akteurin des Theaters Rollwagen in der Region bestens bekannt. Susanne Schmidt, Leiterin des Lichtraum-Theaters, ist beruflich Musiktherapeutin und Chorleiterin. Seit ihrer Kindheit ist Susanne Schmidt von den Märchen der Brüder Grimm begeistert. In diesem Jahr hat sie „Schneewittchen“ als Bühnenstück bearbeitet, die Musik komponiert, das Bühnenbild gemalt und einen Großteil der Kostüme zur Verfügung gestellt. |
Duo Rollwagen
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Am
Sonntag, den 18.9., um 17 Uhr stellte das Duo "Rollwagen" die Novelle
"Die Verlobung in St. Domingo" von Heinrich von Kleist vor. Die beiden
in der Region gut bekannten Theaterprofis erinnerten damit an eine fast
vergessene Revolution: den blutigen Sklavenaufstand in St. Domingo, dem
heutigen Haiti, Anfang des 19. Jahrhunderts. Damals erhoben sich die schwarzen Sklaven gegen ihre weißen Herren. Auch der freigelassene Neger Congo Hoango und seine Lebensgefährtin, die Mulattin Babekan, sind voller Hass auf die Weißen und töten so viele von ihnen wie möglich. Selbst die Reize von Toni, der schönen Tochter Babekans, werden eingesetzt, um weiße Flüchtlinge zu umgarnen und dann zu ermorden. Eines Nachts bittet der Schweizer Offizier Gustav von Ried, der mit mehreren Weißen auf der Flucht nach Port au Prince ist, Babekan um Hilfe. Nun soll auch er in die Falle gelockt werden. Doch Toni und er verlieben sich ineinander. Das junge Mädchen beschließt, ihn zu retten. Diese dramatische Novelle erschien in Kleists Todesjahr 1811. Viele typische Kleistmotive klingen an. Vor allem versetzt sie uns aber in eine Zeit, die man kennen muss, um die heutigen Konflikte zwischen Nord und Süd zu verstehen. |
Jochen Faulhammer und Christine Schweitzer
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Wie
ein inneres Feuer“ brannte die Musik in den Herzen der
Komponistinnen des 17. und 18. Jahrhunderts, die der Sänger Jochen
Faulhammer (Bass) und die Instrumentalistin Claudia Schweitzer
(Cembalo) am 4.9. bei einer Matinée im Lichtraum Kassel
vorstellten. Damit das Feuer zur Flamme werden konnte, an der sich viele wärmen konnten, gab es für Frauen in einer männerdominierten Musikwelt damals nicht viele Wege. Die beiden engagierten Musikerpersönlichkeiten stellten exemplarisch drei Möglichkeiten dar: Zum einen die Ehe mit einem reichen Mann, der der Frau Freizeit und Raum gab, ihrer Leidenschaft zu frönen und das kulturelle Leben der Stadt zu bereichern und damit auch das eigene Ansehen zu mehren. Dies war der Fall bei Francesca Caccini (1587 – ca. 1640), die als Tochter des bekannten Komponisten Julio Cassicini die Kreativität in die Wege gelegt bekommen hatte. Sie wusste, was sie Ihrem Vater und Lehrmeister schuldig war und griff eine Zeile aus seiner berühmten Arie „...“ auf, um daraus ihr eigenes Stück „...“ zu formen. Dem Duo gelang damit der emotionalste Moment des Konzertes: Einsamkeit, Sehnsucht, Schmerz und italienisches Melos verbanden sich auf wunderbare Weise. Zum zweiten gab es das Kloster: Hier konnte eine Frau, wenn sie ihre Position in der geistlichen Hierarchie gesichert hatte, durchaus schöpferisch tätig sein. Isabella Leonarda (1620 - 1794) gelang es, mit ihren Kompositionen auch den Respekt der Komponistenkollegen der damaligen Zeit zu erringen. Geistliche Texte, gleichwohl voll tief empfundener Empfhase gegenüber zu Jesus, der mildtätigen Maria und der allumfassenden göttlichen Liebe, ließen ihre Musik auch zu einer sinnlichen Erfahrung werden, wobei sie mit hochvirtuosen Melismenketten auch hohe Ansprüche an den Sänger stellte, die der Sänger mit Bravour bewältigte. Und schließlich der dritte Weg: Als „ehrbare Kurtisane“, so Faulhammer, habe Barbara Strozzi (1619 – 1677) ihren Weg gemacht und verwies auf ein Porträt, das sie mit entblößter Brust und Laute zeigte – ein deutlicher Verweis auf ihren Stand. Als Kennerin der männlichen Begierde und der männlichen Psyche gelang ihr eine herrliche Parodie auf Liebesleid und Gockelei. Sie ließ in ihrer Arie „L'Astratto“ einen Verlassenen anhand des Studiums von Gedichten und Liedern seinen Schmerz bewältigen, der ihn gleichwohl stets aufs Neue übermannt: ein Glanzstück für Jochen Faulhammer, der ja auch ein Komikertalent hat (siehe sein Nordhessen-Programm)! Claudia Schweitzer ergänzte die stets einfühlsam und oft auch mit Spielwitz begleiteten Liedvorträge Faulhammers um vom Geist der Klassik geprägte Instrumental- Kompositionen , von denen besonders das virtuos-vitale „Seconde Piece“ von Genovieffa Ravissa (ca. 1750 – 1807) überzeugte. Insgesamt ein höchst originelles Konzert, das nicht nur in seiner makellosen technischen Ausführung, sondern auch in seiner Warmherzigkeit das Publikum im Lichtraum begeisterte |